Überbiss kann dramatische Folgen haben

Animation des Zahlstellung im Kiefer

Ob durch eine genetische Veranlagung oder durch schlechte Angewohnheiten in der Kindheit verursacht - ein Überbiss sollte behandelt werden.

Von einem starken Überbiss wird gesprochen, wenn der Abstand zwischen den oberen und den unteren Schneidezähnen mehr als zwei Millimeter beträgt.

Dabei gibt es je nach Alter des Patienten verschiedene Möglichkeiten, die Zähne wieder gerade zu rücken.

Wie ein Überbiss entsteht

Das normale menschliche Gebiss weist einen leichten Überbiss - Overjet - von ein bis zwei Millimetern auf.

Hierdurch wird der Abstand zwischen den unteren und oberen Schneidezähnen bezeichnet, wenn der Mund geschlossen ist. Dabei ragen die oberen leicht hervor.

Wenn Deine oberen Zähne mehr als zwei Millimeter von den unteren abstehen, wird in der Kieferorthopädie von einem starken Überbiss - der Prognathie - gesprochen.

Im Volksmund werden die hervorstehenden Zähne auch Hasenzähne genannt.

Genetisch veranlagt oder schlechte Angewohnheiten

Ein Überbiss kann genetisch bedingt sein oder durch schlechte Angewohnheiten entstehen. Somit kann schon ein Neugeborenes eine Fehlstellung des Kiefers haben.

Dabei ist der Oberkiefer etwas vor dem Unterkiefer gelegen oder einfach größer. Beginnen die oberen Zähne zu wachsen, stehen auch diese sichtlich hervor.

Außerdem kommt ein Überbiss oft vom Schnuller, dem Daumen oder der Flasche. Der durch das Nuckeln entstehende Druck auf die Zähne lässt sie schief wachsen.

Bei dieser Art Überbiss sind die Schneidezähne zu weit nach vorn und die unteren nach hinten geneigt.

Eine Zahnfehlstellung kann Dir auch vererbt worden sein.

Verschiedene Arten des Überbisses

Die Schwere Deines Überbisses wird in der Kieferorthopädie in sogenannte Angle-Klassen unterteilt.

Angle-Klasse I

Der ein bis zwei Millimeter breite Abstand zwischen den Schneidezähnen mit einem geraden Kieferstand wird Angle-Klasse I genannt.

Dabei passen die Höcker der Backenzähne des Ober- und Unterkiefers genau aufeinander.

Angle-Klasse II/1

Ein Überbiss, bei dem der Oberkiefer weiter vorsteht als der Unterkiefer, fällt in die Kategorie Angle-Klasse II/1.

Dadurch steht der vordere Höcker des oberen ersten Backenzahns vor dem Backenzahn des Unterkiefers.

Angle-Klasse II/2

Die Angle-Klasse II/2 bezeichnet einen Überbiss, bei dem die oberen Schneidezähne nach innen geneigt stehen.

Angle-Klasse III

Zur Angle-Klasse III zählt der Vorbiss, bei dem der Oberkiefer nach hinten versetzt ist. Somit können die unteren Schneidezähne hervorstehen.

Der Überbiss und die Folgen, wenn er unbehandelt bleibt

Stehen Deine oberen Fronzähne weit vor, hat dies zum einen Auswirkungen auf Dein Aussehen.

So kann es sein, dass sich Deine Oberlippe stark nach außen wölbt. Überdies blitzen Deine Zähne beim Sprechen und Lachen immer wieder auffällig hervor.

Liegt Dein Unterkiefer zu weit hinten, kannst Du außerdem ein sogenanntes "fliehendes Kinn" haben. Kurzum heißt das, dass Dein Kinn weiter hinten liegt, als Deine Oberlippe.

Darüber hinaus kann ein Überbiss auch das Sprechen und Kauen negativ beeinflussen. Im schlimmsten Fall stehen Deine Vorderzähne so weit vor, dass Du Deine Lippen nicht mehr richtig schließen kannst.

Durch den fehlenden Speichelfluss an Deinen Frontzähnen wird eine Kariesbildung begünstigt. Auch bei Unfällen, zum Beispiel Stürzen, sind Deine vorderen Zähne anfälliger für Verletzungen.

Die Behandlung

In jungen Jahren - also bis kurz vor der Pubertät - kann Dein Überbiss durch eine Zahnspange leicht korrigiert werden.

Hierbei fertigen Kieferorthopäden die Spange so an, dass Druck auf Deine vorderen Zähne ausgeübt wird. Durch das ständige Wachstum Deines Kiefers wachsen Deine Zähne wieder in die richtige Richtung.

Gibt es in Deinem Kiefer ein Platzproblem, müssen kleine Backenzähne gezogen werden. Denn ist der Kiefer zu klein für Deine großen Zähne, bleibt nicht genügend Platz, um sie gerade zu rücken.

Mit festen oder herausnehmbaren Spangen können auch Fehlstellungen des Kiefers begradigt werden.

Wie ist die Behandlung bei Erwachsenen?

Bei Erwachsenen ist die Behandlung komplizierter. Jetzt verändert sich Dein Kiefer nicht mehr so sehr wie bei Kindern.

Dadurch wird bei Kieferfehlstellungen ein chirurgischer Eingriff notwendig. Dieser kann ebenfalls das Zahnziehen sein.

Zusätzlich muss eine längere Zeit eine Spange getragen werden, die die Zähne nach und nach in die richtige Richtung lenkt.

Eine etwas aufwändigere Methode arbeitet mit sogenannten Alignern. Dies sind durchsichtige Schienen, die immer wieder ausgetauscht werden müssen. Sie werden den jeweiligen Behandlungsschritten angepasst und bis zu 14 Mal neu angefertigt.

Teile es mit deinen Freunden

Neuen Artikel verpasst?

Wir informieren dich kostenlos.
>